Bericht über den Wohnungsbrand am 16.August 2002
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(MAB) Am Freitag, den 16.8.02 wurden wir um 11:42h alarmiert. Einsatzmeldung:”Wohnungsbrand Höllen, Römerstraße” 10 Feuerwehrmänner der Feuerwehr Rödingen rückten mit ihren drei Fahrzeugen aus. Voran das Tanklöschfahrzeug (TLF). In dem TLF begannen sich bereits auf der Anfahrt zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten auszurüsten. Sie würden der erste Angriffstrupp sein.
An der Einsatzstelle angekommen wurde sehr zügig die Wasserversorgung zur Erstbrandbekämpfung aufgebaut. Dabei kam der große Vorteil eines Tanklöschfahrzeuges zum Tragen: Der Wassertrupp legte als erstes einen Verteiler und eine Leitung vom TLF. An den Verteiler wurden 3 C-Längen für den 1. Angriffstrupp angeschlossen, die dadurch sofort, als sie mit dem Anlegen der Atemschutzmasken und Flaschen fertig waren, mit der Brandbekämpfung beginnen konnten. Erst jetzt bauten der Wasser/Schlauchtrupp die Verbindung zwischen TLF und Hydranten auf, während der 1.AG-Trupp bereits mit dem Wasser aus dem Tank löschen konnten.

Bei solchen Großschadenslagen werden immer mehrere Feuerwehren alarmiert, in dem Falle war unser gesammter Löschzug (Rödingen, Ameln, Kalrath) alarmiert und zusätzlich noch die Feuerwehren Titz, Jackerath, Opherten und die Drehleiter aus Jülich. Letztere wurde, wie sich im Laufe des Einsatzes herausstellte, nicht benötigt und konnte wieder abrücken.

Zusammen mit Guido stellte ich den 1. Angriffstrupp. Aus dem Wohnhaus drang dichter Rauch hinaus. Eine Türe im Erdgeschoss stand offen, durch die wir sofort mit dem Löschen begannen. Der Flur und die Küche brannten in voller Ausdehung. Der starke, schwarze Rauch ließ dabei nur Sichtweiten von etwa einem halben Meter zu, weiter konnten wir nicht sehen. Plötzlich platzte durch die große Hitze eine Fensterscheibe der Küche. Gedanken schießen durch den Kopf: ”Was, wenn hier Gasflaschen gelagert sind...? Sind hier noch Menschen drin?”
Nachdem wir die Küche und den Flur soweit abgelöscht hatten (dadurch, dass im Erdgeschoss Türen geschlossen waren, konnte das Feuer sich dort noch nicht weiter ausdehnen), stieß der zweite Angriffstrupp zu uns. Gemeinsam machten wir uns vorsichtig die Holztreppe zum Obergeschoss hinauf. Zwischenzeitlich bekamen wir über Funk gemeldet, dass sich die Bewohner der Hauses glücklicherweise nicht mehr drinnen befanden. Oben brannten durch die große Hitze Papierstapel und Textilien, die schnell gelöscht werden konnten. Lichtschalter waren geschmolzen und flossen von den Wänden. Für uns war  in dem Moment die große Hitze und der dichte Rauch das größte Problem. Wir suchten vorsichtig nach Fenstern in den Räumen.  Rolllädenbänder waren durchgeschmolzen und in Folge dessen alle Rollläden geschlossen. Wir öffneten Fenster in mehreren Räumen, denn im Erdgeschoss waren bereits zwei Lüfter aufgestellt worden, für die wir nun den Rauchabzug herstellen sollten. Nachdem wir so dem Rauch Wege nach draußen geschaffen hatten und die Lüfter im EG Frischluft hereinbliesen, war innerhalb weniger Minuten ein Großteil des Rauches und der Hitze nach aussen gelangt. An einigen Stellen flammten immer wieder ein paar Brandnester auf. Wir kontrollierten den Speicher auf Brände, doch er war noch verschont geblieben.

Erschöpfter Angriffstruppmann

Nach etwa 25 Minuten beendeten die ersten beiden Angriffstrupps ihre Arbeit (langsam wurde auch die Luft in den Atemschutzgeräten knapp) und wurden durch weitere Trupps, die sich um die kleinen Brandnester kümmerten und den Innenraum weiter kontrollierten, abgelöst.

Draußen sorgten sich die Nachbarn und der alarmierte Rettungsdienst um die Bewohner des Hauses und versorgten uns nassgeschwitzte Feuerwehrmänner mit Sprudel. Vielen Dank!

Aus unserer Sicht ist der Einsatz gut, schnell und organisiert abgelaufen. In solchen Momenten zahlt sich unser häufiges Beisammensein, Üben und Weitertbilden innerhalb der Feuerwehr und der Zusammenhalt innerhalb der Löschgruppe wirklich aus. Jeder konnte sich auf den anderen verlassen und jeder wusste, was er zu machen hat, obwohl es für viele, so auch für mich, der erste wirklich heiße Wohnungsbrand war.

Bei dem Brand kam glücklicherweise niemand ernsthaft zu Schaden, die Bewohner waren nicht im Haus, als es anfing zu brennen. Doch wenn so ein Brand des Nachts auftritt, sind die Überlebenschancen geringer: Der giftige Brandrauch breitet sich meist unbemerkt im Haus aus. Die schlafenden Bewohner atmen u.U. den Rauch ein und werden bewusstlos, während sich das Feuer schnell ausbreitet. Deshalb unser Appell an Sie:
Installieren Sie bitte Rauchmelder, falls noch nicht geschehen. Diese Melder kosten ca 15€ und können wirklich Leben retten, indem  sie Sie auf ein Feuer aufmerksam machen, bevor es zu spät ist. Bei Fragen zu Rauchmeldern und der richtigen Installation können Sie sich gerne auch an uns wenden, wir beraten Sie gern!

Ihre Feuerwehr Rödingen

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