Feuerwehr Rödingen zu Gast im Tagebau Hambach
Einweisung für den Ernstfall
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(MaBa) Am Samstag, den 25.5., besuchte die Feuerwehr Rödingen den Tagebau Hambach. Doch dieser Besuch war keine übliche Führung, wie die Firma Rheinbraun dies von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit anbietet, sondern diente der Aus- und Weiterbildung unserer Kameraden.

Der Leiter der Feuerwehr Tagebau Hambach, Herr Jürgen Szalbach, empfing die Gruppe an der Feuerwehrwache. In deren Schulungsraum wurde den Mitgliedern der Rödinger Löschgruppe kompetent das nötige Wissen über feuerwehrtechnische Einsätze im Tagebau vermittelt. Der Hintergrund der Aktion ist folgender: Im gesammten Tagebau arbeiten 12 hauptamtliche Feuerwehrmänner bei ca. 1200 Angestellten. Zwar verfügt jeder der 1200 Männer und Frauen über nötige Grundkenntnisse in der Feuererstbekämpfung, doch wenn ein größerer Einsatz anliegt, wäre es von Vorteil, wenn auf Feuerwehrmänner der umliegenden Feuerwehren zugegriffen werden kann. Deshalb werden bei größeren Schadenslagen nach Möglichkeit alle umliegenden Feuerwehren alarmiert.
Schnell wurde jedem klar, dass der Materialverbrauch für einen Einsatz groß  und die Dimensionierung und Qualität von Ausrüstung und Fahrzeugen bei der Firma Rheinbraun auf einem sehr hohen Level angesiedelt ist. So manche Freiwillige kann da nur von träumen...


Nach dem theoretischen Teil ging es in den Tagebau. Ziel war der Bagger 291, denn hier sollte die Löschgruppe mit den auf den Baggern und Absetzern installierten Geräten zur Brandbekämpfung vertraut gemacht werden.

Auf dem Weg in den Tagebau..

 

Auf jedem Bagger gibt es Löschmitteltanks, in denen 20.000l Wasser (Absetzer: 10.000l) zum Löschen ad hoc zur Verfügung stehen. Diese Tanks sind mittels Heizpatronen elektrisch temperiert, um im Winter ein Einfrieren des Wassers zu verhindern.

Auf den ersten Blick stellt sich dem Betrachter die Frage: Was ist denn auf einem solchen Stahlkoloss überhaupt feuergefährdet? Nun, brennen kann auf einem Bagger so Einiges: Z.B. die Gummi-Förderbänder, über die der Abraum oder die Kohle transportiert wird, Kabelbäume und natürlich die Kohle (bzw. der Kohlestaub) selbst. Auf dem ganzen Bagger sind viele bewegliche Teile, die gut geschmiert werden müssen (z.B. die Rollen der Transportbänder), und somit findet man überall Öle und Fette. Um das Wasser durch das festinstallierte Rohrleitungssystem zu transportieren, gibt es auf jedem Bagger mehrere TS-Pumpen, die im Brandfall von der Baggermannschaft (die aus nur 5 Personen besteht!) oder der Feuerwehr aktiviert werden müssen.


links: Der Rheinbraun-Feuerwehrmann Hr. Feil zeigt eine auf dem Bagger installierte TS
rechts: Blick herunter auf das Fahrwerk, rechts oben im Bild erkennt man die Löschwassertanks (grün)


Oberstes Ziel für den Baggerführer und seine Crew ist im Brandfall/Unfall jedoch die Selbstrettung. Um sich auch aus den großen Höhen (bis zu knapp 100m) selber retten zu können, gibt es auf jedem Bagger mehrere Vorrichtungen (eine Art verbessertes Rollgliss, siehe links), mit deren Hilfe man sich sicher und autark vom Bagger abseilen kann.
Dieses Abseilgerät nennt sich RG 10. Mit ihm kann man sich bis zum 300m tief abseilen.


Bereits vom Aussichtspunkt eines Tagebaus, aus der Ferne betrachtet, kann man erahnen, welche Dimensionen ein solches Abbaugerät ausfüllt. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man z.B. bei einem Bagger-Überlandtransport so einem Gerät sich bis auf wenige Meter nähern konnte. Doch kommt man aus dem Staunen fast gar nicht mehr heraus, war man einmal auf einem Bagger und ist die vielen Leitern und Treppen geklettert.

Löschgruppenführer T. Lessenich an einem der armdicken “Drahtseile”. mit denen der Ausleger hoch und runter bewegt wird. Daneben ein Blick auf die riesige Drahtseiltrommel und rechts die Bremse für das Seil.

Für die Löschgruppe Rödingen war es ein interessanter und lehrreicher Besuch und wir hoffen, dass wir die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr der Fa. Rheinbraun auch in Zukunft weiter ausbauen können.
Natürlich hoffen wir alle, dass der Ernstfall nie eintritt, doch sollte es dazu kommen: Wir sind bereit!

Größenvergleich...

Fotos mit freundlicher Genehmigung der RWE Rheinbraun AG!