Hier unser Bericht vom Einsatz in Jülich
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Lange vor unserem Einsatz zeichnete sich am Horizont über Jülich eine Kilometer hohe, tiefschwarze Rauchsäule ab. Ein Anblick, der jedem erfahrenen Feuerwehrmann ein ungutes Gefühl bereitet.

Um 16.04 Uhr erhielt die Feuerwehr Rödingen eine Alarmanforderung zur Einsatzstelle nach Jülich. Aus unserem Standort, mit Schlauchwagen 2000Meter (SW2000), Gerätewagen-Rüst (GW-Rüst) und Tanklöschfahrzeug 16/25 (TLF), wurde das TLF angefordert. Die Einsatzfahrt erforderte besonders in der Stadt die ganze Aufmerksamkeit unseres Fahrers, denn es herrschte Wochenend- Feierabendverkehr. Doch am geschlossenen Bahnübergang endete vorerst unsere Anfahrt. Bahnverkehr hat Vorfahrt! Dafür konnten wir aber an der Autoschlange vorbeifahren, um nach dem öffnen der Schranken unsere Einsatzfahrt sofort fortzusetzen.

An der Einsatzstelle eingetroffen wurden wir zunächst zur Wasserversorgung im Pendelverkehr eingesetzt. Das heißt, zusammen mit zich anderen TLF tankten wir an der Rur Wasser und fuhren dieses zur Einsatzstelle. Dort speißten wir das Wasser in die Wasserversorgung für die vielen Löschangriffe ein. Wer von den zahlreichen Wasserwerfern und Drehleitern unser Wasser nutze, war bei der Vielzahl von Schläuchen für uns spontan nicht feststellbar. Nach gut 3 Minuten sind die 2500 l Wasser aus unserem Tank auch schon abgegeben und wir machten uns wieder auf den Weg zur Rur, zum erneuten Wassertanken.




Auf dem Weg dorthin kämpften wir uns wieder durch den Einkaufsverkehr, der zum Verbrauchermarkt im Heckfeld führte. Dort war so viel los, dass das ein oder andere TLF im Pendelverkehr auch schonmal warten musste, bis Omi ihre S-Klasse mit schmerzverzerrtem Gesicht über sämtlich Löschleitungen gequält hatte, die dort bereits verlegt waren.

















(Bild 2: Für diese beiden Autofahrer scheint kein Hindernis zu groß zu sein. Sie kämpften sich über sämtliche Schläuche hinweg bis vor die Einsatzstelle. Dort wurden sie von der Polizei angehalten. Bild 3: Während des Einsatzes floß der Verkehr zum Supermarkt weiter.)

Nach 15 Fuhren Wasser hieß es denn: Arbeit einstellen und auf neue Anweisungen warten. In der Zwischenzeit hatte das THW aus Euskirchen eine weitere Löschwasserversorgungsleitung bis in die Rochusstraße gelegt. Diese F-Leitung war in der Lage bis zu 10.000 l Wasser pro Minute zu fördern. Das Wasser wurde zunächst in Faltbehälter gefüllt, damit angesaugte Steine sich dort absetzen konnten. Unsere Aufgabe war es nun das Wasser aus einem der Behälter über zwei B-Leitungen zur Einsatzstelle zu pumpen. (für Fachleute: offene Reihenschaltung). Mit dieser Tätigkeit verbrachten wir die nächsten 12 Stunden.
(Bild 4 und 5: Über Faltbehälter wurde das Wasser mittels Saugleitungen übernommen)

Leider hatten wir es versäumt unsere Ablösung rechtzeitig selbst zu organisieren. So waren wir über 22 Stunden im Einsatz. In dieser Zeit haben wir rund 1.152.000l Wasser zur Einsatzstelle befördert. Samsatg gegen Mittag dann, gelang es dem Staffelführer unseres TLF, eine Einheit mit einem Löschfahrzeug aufzutun, die uns ablöste.

Gegen 16.00 Uhr, nach zwei Stunden Rüstzeit, stand unser Fahrzeug dann wieder Einsatzbereit der Ortschaft Rödingen zur Verfügung. Am folgenden Sonntag um 14:30 Uhr alarmierte uns die Einsatzleitung erneut, es galt Einsatzkräfte in Jülich abzulösen. Hier waren wir dann bis gegen 18.00 Uhr im Einsatz.

Insgesamt waren diese Einsätze in Jülich für uns interessant aber auch lehrreich. Viele neue Aspekte eines Einsatzes in Großschadenslagen werden wir zukünftig in unsere Standortausbildung einbinden.